Skitouren auf Pisten

Gemeinsame Position von DAV und VDS

MÜNCHEN. – Skitourengehen liegt im Trend.

Mit zunehmender Beliebtheit nutzen mehr und mehr Tourengeher die präparierten Pisten für ihre Sportart. Dadurch sind aber auch Risiken und Konflikte entstanden.

Über die Ausgestaltung des Mit- und Nebeneinanders von Abfahrern und Aufsteigern auf Pisten hat es insbesondere im letzten Jahr einige Meinungsverschiedenheiten gegeben. Jetzt haben der Verband Deutscher Seilbahnen (VDS) und der Deutsche Alpenverein (DAV) eine gemeinsame Position zu Skitouren auf Pisten gefunden.

Die vier zentralen Punkte:

1. DAV und VDS bringen sich aktiv ein, um Konflikte durch Skitouren auf Pisten zu lösen. Skigebiete mit erheblichem Handlungsbedarf gibt es vor allem im Einzugsbereich Münchens. Für viele andere Skigebiete der bayerischen Alpen ist der Handlungsbedarf momentan gering oder nicht gegeben, da bereits akzeptable Lösungen gefunden und erfolgreich umgesetzt wurden. Ziel ist es, zu er-reichen, dass in allen bayerischen Skigebieten Aufstiegsmöglichkeiten für Tourengeher zur Verfügung stehen.

2. Skitourengeher im Bereich von Pistenskigebieten sind verpflichtet, sich an die zehn allgemeinen DAV-Regeln für Skitouren auf Pisten sowie an örtliche Regelungen der Skigebiete, z.B. ausgewiesene Aufstiegsrouten für Tourengeher oder zeitlich befristete Sperrungen, zu halten.

3. Zeitlich befristete Sperrungen von Pistenabschnitten (etwa Engpassagen), bestimmten Abfahrten oder Skiwegen zur Vermeidung von Unfallgefahren können in Einzelfällen nötig sein.

4. Zur Erarbeitung praktikabler Lösungen für Skigebiete mit Handlungsbedarf organisiert und moderiert der DAV Gesprächsrunden auf örtlicher Ebene. Im Dialog mit den Beteiligten (Vertreter der Bergbahnen und Lifte, Gemeinden, zuständigen DAV-Sektionen etc.) kann dabei auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort detailliert eingegangen werden.   Risiken des Tourengehens auf Pisten Viele Tourengeher sind auf Pisten unterwegs, weil sie auf den präparierten und beschneiten Pisten ideale Bedingungen sowohl für den Aufstieg als auch für die Abfahrt vorfinden, und weil sie es dort für nicht gefährlich halten. Und tatsächlich ist man auf

geöffneten Pisten vor den typischen Gefahren des freien Skiraumes sicher – also in erster Linie vor Lawinen. An die Stelle dieser Gefahren treten allerdings andere Risiken. Zum einen resultieren diese daraus, dass Tourengeher auf Pisten aufwärts gehen, während der Großteil der Pistennutzer abfährt. Bei viel Betrieb und an Engstellen kann das gefährlich sein. Zum anderen droht erhebliche Gefahr für Tourengeher, die nach Skibetrieb unterwegs sind, wenn Pisten u.a. auch mit Hilfe von Seilwinden präpariert oder Lawinen abgesprengt werden. Es ist daher sehr wichtig, die zehn DAV-Regeln für Skitouren auf Pisten beachten. 

Die DAV-Regeln für Skitouren auf Pisten

Allerdings stoßen diese Regeln dort an ihre Grenzen, wo Pisten von einer zu großen Anzahl Tourengeher frequentiert werden. Aufgrund des Gefährdungspotentials und der Nutzungseinschränkung für die Abfahrer können hier zukünftig auch strikte Trennungen von Aufstieg und Abfahrt notwendig werden. Die Ausgestaltung muss jedoch individuell vor Ort festgelegt werden. Seit 2003 bemüht sich der DAV um einvernehmliche Lösungen in allen bayerischen Skigebieten. Dabei arbeitet er mit allen Beteiligten eng zusammen: dem Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte (VDS), dem Bayerischen Innen- und Umweltministerium, dem Landesamt für Umwelt, dem Deutschen Skiverband, dem Lawinenwarndienst sowie den Lift- und Bahnbetreibern, Gemeinden und zuständigen DAV-Sektionen.

 

Beispiele für gute Lösungen vor Ort Immer mehr Skigebiete in den bayerischen Alpen beweisen durch innovative Angebote, dass ein konfliktfreies Miteinander von Alpinskifahrern und Skitourengehern funktionieren kann. Gute Beispiele sind, Kolben/Oberammergau oder Tegelberg/Schwangau. Für sechs oberbayerische Skigebiete mit besonderem Handlungsbedarf konnten bei Gesprächsrunden, die der DAV in den zurückliegenden Monaten moderierte, akzeptable Kompromisse gefunden werden. Als richtungsweisend zeichnet sich die Lösung für das Classic-Skigebiet von Garmisch-Partenkirchen ab, wo es eine ausgewiesene, präparierte, teils sogar (mit-)beschneite Aufstiegsspur geben wird. Das Ziel, Aufstiegsmöglichkeiten in allen bayerischen Skigebieten zur Verfügung

Kontakt:  DAV Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Thomas Bucher 089/14003-810  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!